National Parks Madagaskar
Montagne d'Ambre National Park – Das bernsteinfarbene Herz des Nordens
Einführung
Wie ein grüner Berg aus Mythen erhebt sich der Montagne d’Ambre Nationalpark im Norden Madagaskars. Sein Name – „Bernsteinberg“ – rührt von den Blüten bestimmter Bäume her, die im Licht der Sonne wie flüssiger Bernstein aufleuchten. An diesem Höhenzug haben Regenwald, Vulkankrater und Wasserfälle eine Landschaft erschaffen, die regelrecht unwirklich – ja fast magisch – wirkt.
Für welche Tiere ist der Park bekannt?
Der Montagne d’Ambre gilt als einer der artenreichsten Regenwälder der Insel – und als ein Ort, an dem man Wildtiere so leicht beobachten kann wie kaum anderswo in Madagaskar. Lemuren wie der Kronenmaki, der Sanfordmaki und der seltene nördliche Gabelstreifenmaki sind hier ebenso zu Hause wie der winzige Sambirano-Bambuslemur, der in Bambushainen nach Nahrung sucht. Besonders neugierig sind die Kronenmakis, die nicht selten bis zu den Unterkünften der Touristen kommen und dort Besucher mit forschenden Blicken mustern. Ebenfalls häufige Gäste sind Ringelschwanzmungos – geschmeidige, katzenartige Räuber, die tagsüber in aller Ruhe zwischen den Zelten und Hütten umherstreifen.
Doch die wahren Stars des Parks sind die Chamäleons. Von den winzigen Brookesia tuberculata, die kaum größer als ein Daumennagel sind, bis hin zu den sanften Riesen wie Calumma ambreense, lebt hier eine unglaubliche Vielfalt. Zitronengelbe Furcifer petteri-Weibchen, gehörnte Männchen, blaugesichtige Calumma linotum und das geheimnisvolle Furcifer timoni sind nur einige der außergewöhnlichen Arten.
Nachts verwandelt sich die Umgebung in ein Paradies für Reptilien- und Amphibienfreunde: Blattschwanzgeckos wie Uroplatus finiavana und der imposante Uroplatus giganteus tarnen sich perfekt im Blätterwerk. Einheimische Frösche wie Boophis entingae oder Platypelis grandis sitzen in Blattachseln der üppig sprießenden Pandanus-Bäume. Wer den Blick hebt, kann mit Glück den seltenen Madagaskar-Seeadler erhaschen, während der Rotbrustcoua im Unterholz nach Insekten sucht.
Uroplatus-Gecko – perfekt getarnt im Blätterwerk
Eisvogel – farbenprächtiger Jäger am Fluss
Welche Landschaft prägt den Park?
Die Montagne d’Ambre ist ein Vulkanmassiv, das von einem dichten, immergrünen Regenwald überzogen wird. In seinem Inneren liegen sechs tiefgrüne Kraterseen, deren Wasser im Licht smaragdgrün schimmert, und Wasserfälle, die sich wie weiße Schleier in die Tiefe stürzen. Der berühmteste unter ihnen, die Grande Cascade, ist von einem Netz aus Farnen, Moosen und Orchideen eingerahmt.
Der Wald selbst bildet ein Mosaik aus hohen Schraubenpalmen, mächtigen Baumriesen und einer Vielfalt an Nestfarnen, die wie große, grüne Schalen in den Ästen sitzen. Der Boden ist oft mit Laub bedeckt, das den Duft von feuchter Erde verströmt. Nebelschwaden ziehen durch das Blätterdach, besonders in den frühen Morgenstunden, wenn das erste Sonnenlicht den Regenwald in goldene und bernsteinfarbene Töne taucht.
Zwischen den Bäumen schlängeln sich Pfade, die sowohl für kurze Spaziergänge als auch für mehrstündige Wanderungen geeignet sind. Ein sanfter Weg führt zum Lac Verte, einem See von beinahe unwirklicher Farbe. Anspruchsvollere Routen laden zur Entdeckung entlegener Wasserfälle ein.
Der Montagne d’Ambre Nationalpark ist ein Naturtheater, in dem jede Lichtstimmung, jedes Tier und jeder Schritt einen neuen Akt eröffnet. Hier findet man eine fast märchenhafte Mischung aus Regenwald, Wasserfällen und Vulkanseen, die in ihrer Komposition einzigartig ist.
Beste Besuchszeit
Zwischen April und Oktober ist die Regenwahrscheinlichkeit am geringsten, und die Wege sind trockener, ohne dass der Wald seine satten Grüntöne jemals verlieren würde. Auch in dieser Zeit bleibt das Klima tropisch-feucht, wodurch die Montagne d’Ambre das ganze Jahr über üppig und lebendig wirkt.
Panorama der Amberberge – atemberaubende Aussicht
Höchster Wasserfall des Parks – Naturkraft pur